„Endlich frei“ - raus aus der Sprache, die uns müde macht
- Janine Bernkurth

- vor 4 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Es gibt diesen Moment, den viele kennen, aber kaum jemand laut ausspricht: Du sitzt da, hörst dich reden – und merkst plötzlich, dass deine eigenen Worte dich müder machen als dein Kalender.
Nicht die To‑dos erschöpfen dich. Nicht die Menschen. Nicht mal die Deadlines.
Sondern auch die Sprache, in der du über dein Leben sprichst.

Willkommen in der Sprache der Erschöpfung. Ein Dialekt, den wir meistens unbewusst und fließend sprechen, ohne ihn je gelernt zu haben. Ein Sprach-System, das uns klein hält, während wir glauben, wir wären einfach „zu schwach“, „zu langsam“, „zu spät dran“.
Zeit, auszusteigen. Zeit, endlich frei zu werden. Und zu verstehen, wie wir uns sprachlich selbst ausbremsen, ohne es zu merken.
Wenn dir jetzt auffällt, ich fühle mich tatsächlich auch von Sprache terrorisiert, inklusive meiner eigenen, dann bist du hier goldrichtig. Hier geht es darum Gesunde Sprache zu lernen und Worte stärkend statt schwächend zu verwenden.
1.🗣️Die Sprache der Daueranspannung – „Ich renne nur noch hinterher…“
Dieser Satz ist wie ein Dauerlauf im Kopf. Er erzeugt Stress, noch bevor du überhaupt losläufst. „Ich renne hinterher“ bedeutet:
Ich bin zu spät.
Ich habe keine Kontrolle.
Ich bin Opfer der Umstände.
Und das Verrückte: Selbst wenn du objektiv alles im Griff hast, fühlt es sich nicht so an. Weil dein Satz dir ein anderes Bild malt.
Gesunde Sprache macht hier etwas Radikales: Sie stoppt den inneren Sprint. Aus „Ich renne nur noch hinterher“ wird:
„Ich sortiere gerade meine Prioritäten.“
„Ich bewege mich Schritt für Schritt.“
„Ich entscheide, was heute wirklich dran ist.“
Das ist kein Schönreden. Das ist ein Perspektivwechsel, der dein Nervensystem entlastet.
2.🗣️Die Sprache der Selbstabwertung – „Ich bin halt nicht gut genug…“
Dieser Satz ist wie ein kleiner, unscheinbarer Selbstangriff. Er klingt harmlos, fast bescheiden. Aber er wirkt wie eine Mikro-Verletzung. Es sagt:
Du bist ein Problem.
Du bist defizitär.
Du bist weniger als andere.
Und das Tragische: Je öfter du ihn sagst, desto wahrer fühlt er sich an. Gesunde Sprache macht hier etwas Befreiendes: Sie trennt dich von der Situation. Aus „Ich bin nicht gut genug“ wird:
„Ich lerne gerade.“
„Ich wachse da rein.“
„Ich bin auf dem Weg.“
Das ist kein Ego‑Boost. Das ist Realität. Nur eben ohne Selbstverletzung.
3.🗣️Die Sprache der Ohnmacht – „Da kann man nichts machen…“
Dieser Satz ist der Endgegner. Er beendet jede Möglichkeit, bevor sie überhaupt gedacht wurde. Er sagt:
Ich habe keinen Einfluss.
Ich bin ausgeliefert.
Veränderung ist ausgeschlossen.
Und das Gemeine: Er fühlt sich oft vernünftig an. Realistisch. Erfahren. Gesunde Sprache macht hier etwas Mutiges: Sie öffnet wieder Handlungsspielraum. Aus „Da kann man nichts machen“ wird:
„Ich kenne gerade noch keine Lösung.“
„Ich brauche Unterstützung.“
„Ich entscheide später, wie ich damit umgehe.“
Das ist kein falscher Optimismus. Das ist Selbstwirksamkeit in Satzform.
Warum gesunde Sprache neue Realitäten schafft
Sprache ist kein Kommentar zu unserem Leben. Sprache gestaltet unser Leben.
Sie ist wie ein inneres Betriebssystem: Wenn die Sprache zu lange erschöpfend ist, wirst du es auch. Wenn die Sprache freier wird, folgt dein Körper. Gesunde Sprache ist kein Wellness‑Trend. Sie ist ein Werkzeug. Ein Kompass. Ein Befreiungsakt. Sie schafft Räume, wo vorher Enge war. Sie schafft Möglichkeiten, wo vorher Mauern standen. Sie schafft Selbstkontakt, wo vorher nur Funktionieren war.
Endlich frei – ein Abschied, der sich wie Ankommen anfühlt
Freiheit beginnt meist nicht im Außen. Nicht im Kalender. Nicht im Job. Nicht im Urlaub.
Freiheit beginnt im Satz, den du als Nächstes sagst. Wenn deine Sprache nicht mehr gegen dich arbeitet, sondern für dich – dann passiert etwas, das sich fast magisch anfühlt: Du atmest wieder. Du denkst klarer. Du spürst dich. Du wirst handlungsfähig.
Nicht, weil sich die Welt verändert hat. Sondern weil du aufgehört hast, dich sprachlich klein zu machen. Endlich frei heißt: Du sprichst nicht mehr in der Grammatik der Erschöpfung. Du sprichst in der Grammatik deiner Möglichkeiten.
Und das ist das Beste von allem.

Endlich frei beginnt in dir
Und wenn du beim Lesen gemerkt hast: Da passiert etwas in mir. Da will ich dran bleiben. Ich arbeite als Vortragsrednerin, Trainerin und Coachin – meistens hinter den Türen von Unternehmen, wo Menschen ihre Sprache neu sortieren, ihre Wirkung zurückholen und ihre innere Klarheit wiederfinden. Und ab und zu öffne ich Formate, in denen jede*r Platz nehmen kann, der Lust hat, sich selbst sprachlich auf ein neues Level zu heben.
Wenn du spüren möchtest, was gesunde Sprache in deinem Alltag oder im Job verändern kann, dann schau gern mal hier in meine Angebote. Vielleicht ist genau das dabei, was dich oder dein Unternehmen weiterbringt – oder dich an einer Stelle berührt, an der du schon lange nicht mehr hingehört hast.
🌅Freiheit beginnt selten laut. Oft beginnt sie mit einem Satz, der anders klingt als sonst. Vielleicht ist deiner schon unterwegs.
Viele Grüße,
Janine






